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BeitragVerfasst: Di 23. Okt 2018, 20:37 
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Guten Tag,
bin neu hier und erhoffe mir das mir hier jemand etwas weiter helfen kann.
Mein Problem, meine Vespa ET4 von 1997 M04 startet nicht weil ich um,s verrecken keinen Zündfunken bekomme.

Was ich schon gemacht habe:
Zündspule getauscht.
Zündkerze getauscht.
Elektronischen Benzinhahn geprüft.
CDi getauscht gegen eine ohne wegfahrsperre.
Zündeinheit komplett mit Pickup getauscht.
Die Diversen Sachen wo man messen kann gemessen, leider alles ohne Erfolg.

Vielleicht hat jemand einen guten Tipp für mich.


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BeitragVerfasst: Di 23. Okt 2018, 20:59 
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Willkommen im Forum Steff.

Hast du die richtige Schaltzeichnung?
Nein? hier ist sie.
Jetzt messe mal an gn ws die Zündladespannung an der CDI.
CDI kann gesteckt bleiben.
Wärend des anlassens soll sie schon 60V ~ betragen.
Solange die Spannung fehlt kann gar kein Zündfunke erzeugt werden.
Die Spannung wird in einer Spule der Ankerplatte erzeugt.
Sollte die Spannung fehlen, könnte das auf einen Fehler im Zündschloss deuten.

Prüfung des Massekontakts Zündschloss für Zündung OFF:

-Zündschloss auf ON
-Ohmmeter an grün weiß CDI, Messwert ca. 400 Ohm
-Zündschloss auf OFF
-Ohmmeter an grün weiß CDI, Messwert ca. 1-5 Ohm

Weicht besonders der Wert bei ON nach unten ab ist das der Grund warum kein Funke entsteht.
Zündschloss warscheinlich defekt.

Gegenprobe:

Runden Verbindungsstecker Kabelbaum in Fahrtrichtung rechts im Schlauch trennen.
Starten.
Springt der Motor jetzt an, ist meine These bewiesen.
Achtung, Motor lässt sich in dem Zustand nicht abstellen!
Runden Verbindungsstecker stecken.
Motor geht sofort aus.

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Der Mensch hat dreierlei Wege klug zu handeln: durch Nachdenken ist der edelste, durch Nachahmen der einfachste, durch Vespa fahren der sinnigste.


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BeitragVerfasst: Di 23. Okt 2018, 23:01 
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Ich habe nichts von Zündkabel und Kerzenstecker gelesen. Ich vermute aber, die hast du auch getauscht?

Ich wusste gar nicht dass die et4 einen elektronischen Benzinhahn hat ;-)


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BeitragVerfasst: Mi 24. Okt 2018, 00:33 
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Hallo Steff, hat es dir die Sprache verschlagen?

Nachtrag.
Ein typische Anfängerfehler ist, erst mal alles zu tauschen was geht.
Viel hilft viel geht geht bei techn. Problemen in den seltesten Fällen.
Sehr schnell kann man auf diese Weise unwissendlich zwei Fehler "hintereinander" schalten.
Dadurch wird der Fehler so komplex das sogar Fachleute ins schwitzen geraten.

Besonders groß ist die Gefahr der Fehlervermehrung wenn es sich bei den Austauschteilen um gebrauchte oder Nachbauten aus unbekannter Herkunft handelt.
Den Kerzenstecker und das Kabel hast du sicher gleich am Anfang getauscht, oder?
Was der fehlende Funke mit dem Vakuumbenzinhahn zu tun haben soll verstehe ich leider auch nicht.
Warscheinlich Tauschwut. :mrgreen:

Tip in diesen Fällen:
Rücksetzen in den Lieferzustand um einen definierten Ausgangszustand zu erhalten.
Soll heißen, bau die original Teile wieder ein, natürlich nur wenn sie offeneichtlich unbeschädigt sind.
Sofern möglich sind die Teile messtechnisch vorzuprüfen.
Erst danach ist es möglich systematisch den Fehler Schritt für Schritt nach dem Fehlerausschlußverfahren einzugrenzen.
Am Schluß erhältst du zu 99,9% eine funktionierende Maschine bei der du sicher sein kannst dIe Fehlerurrsache gefunden zu haben.
Solltest du originale Neuteile verwendet haben bleiben diese natürlich eingebaut.

CDI:
Sie sollte dauerhaft in eine hochwertige ohne WFSP getauscht werden, da die originale auf Grund ihres Alters zu sporadischen oder sogar zum Totalausfall neigt.
Ebenso sind die typischen Verschleißteile wie Kerzenstecker und Kerze pauschal zu tauschen.
Dabei sind nur hochwertige Originalteile zu verwenden.
Beim ZKabel reicht es das Kabel beidseitig 1cm einzukürzen und neu aufzuschrauben.
Brüchige oder rissige Kabel sind selbstverständlich komplett auszutauschen.
Dabei ist unbedingt auf gleiche Länge und Verlegeweg zu achten.
Viel Erfolg und berichte. :D

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BeitragVerfasst: So 4. Nov 2018, 19:47 
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Sorry Mikesch,
ich habe nicht mit so schnellen Antworten gerechnet, war deshalb schon lange nicht mehr hier.
Danke schon mal für deine Tipps, werde mich morgen nach der Arbeit gleich mal übers messen machen und dann weiter berichten.
Zündkabel und Stecker habe ich natürlich am Anfang gleich erneuert, genau wie die Spule.
Viel tauschen hilft nicht viel da gebe ich dir recht, nur nach meinen bisherigen Messungen und fehlereingränzungen, bin ich der Schlussfolgerung gewesen.
Das ich als erstes Mal die Zündspule samt Kabel tausche, dann die CDI und nachdem das nicht gefruchtet hat habe ich mal die Zündgrundplatte komplett mit Kabel und Pickup getauscht.
Nachdem der Roller immer noch nicht lief dachte ich ich suche mal Hilfe im Forum die ich ja jetzt gefunden habe.
Danke schon mal für eure Hilfe.


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BeitragVerfasst: Mo 5. Nov 2018, 19:39 
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Servus mikesch,
so hab jetzt mal deine Sachen nachgemessen. Messwerte mit gelber CDI ohne WFSP. (Alt)
So hier mal die Messwerte:
Zündladespannung
Grün weiß = 43 Volt Wechsel
Zündung On
Grün weiß = 285 Ohm
Zündung Off
Grün weiß = 7,5 Ohm

Habe auch die Gegenprobe gemacht, den Rundenstecker unter dem Sitz der von der Zündgrundplatte kommt getrennt, nur leider springt der Roller nicht an. (kein Funke)

Hier noch die Messwerte mit einer neuen CDI ohne WFSP.
Zündladespannung
Grün weiß = 65 Volt Wechsel
Zündung On
Grün weiß = 329 Ohm
Zündung Off
Grün weiß = 9 Ohm

Hier auch Gegenprobe, immer noch kein Funken daher auch kein Motor Start.

Kannst Du dir da einen Reim daraus machen?


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BeitragVerfasst: Mo 5. Nov 2018, 19:55 
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mikesch hat geschrieben:
Hallo Steff, hat es dir die Sprache verschlagen?

Nachtrag.
Ein typische Anfängerfehler ist, erst mal alles zu tauschen was geht.
Viel hilft viel geht geht bei techn. Problemen in den seltesten Fällen.
Sehr schnell kann man auf diese Weise unwissendlich zwei Fehler "hintereinander" schalten.
Dadurch wird der Fehler so komplex das sogar Fachleute ins schwitzen geraten.

Besonders groß ist die Gefahr der Fehlervermehrung wenn es sich bei den Austauschteilen um gebrauchte oder Nachbauten aus unbekannter Herkunft handelt.
Den Kerzenstecker und das Kabel hast du sicher gleich am Anfang getauscht, oder?
Was der fehlende Funke mit dem Vakuumbenzinhahn zu tun haben soll verstehe ich leider auch nicht.
Warscheinlich Tauschwut. :mrgreen:

Tip in diesen Fällen:
Rücksetzen in den Lieferzustand um einen definierten Ausgangszustand zu erhalten.
Soll heißen, bau die original Teile wieder ein, natürlich nur wenn sie offeneichtlich unbeschädigt sind.
Sofern möglich sind die Teile messtechnisch vorzuprüfen.
Erst danach ist es möglich systematisch den Fehler Schritt für Schritt nach dem Fehlerausschlußverfahren einzugrenzen.
Am Schluß erhältst du zu 99,9% eine funktionierende Maschine bei der du sicher sein kannst dIe Fehlerurrsache gefunden zu haben.
Solltest du originale Neuteile verwendet haben bleiben diese natürlich eingebaut.

CDI:
Sie sollte dauerhaft in eine hochwertige ohne WFSP getauscht werden, da die originale auf Grund ihres Alters zu sporadischen oder sogar zum Totalausfall neigt.
Ebenso sind die typischen Verschleißteile wie Kerzenstecker und Kerze pauschal zu tauschen.
Dabei sind nur hochwertige Originalteile zu verwenden.
Beim ZKabel reicht es das Kabel beidseitig 1cm einzukürzen und neu aufzuschrauben.
Brüchige oder rissige Kabel sind selbstverständlich komplett auszutauschen.
Dabei ist unbedingt auf gleiche Länge und Verlegeweg zu achten.
Viel Erfolg und berichte. :D


Da gebe ich dir recht, mit viel hilft nicht viel.
Nur habe ich das Problen das ich einiges tauschen muss, weil ich den Roller gebraucht und als nicht funktionstüchtig gekauft habe.
Daher weiß ich auch nicht was der Vorbesitzer alles schon gemacht oder nicht gemacht hat.
Deshalb wollte ich als erstes Mal die Zündspule, Zündkabel und Zündkerzenstecker tauschen, (Zündkerzenstecker ist Original geblieben weil er 5kohm hat), nachdem das getauscht wurde ohne Erfolg ging ich auf die CDI los, eine neue eingebaut ohne WFSP, auch ohne erfolg.
Dann habe ich mir mal zündgrundplatte angeschaut, nachdem messtechnisch zwei spülen keinen Durchgang hatten und verschmort ausgeschaut haben, habe ich da auch eine neue Verbaut, leider auch ohne Erfolg.
Deshalb suche ich jetzt hier Hilfe, weil mein Latein ist ziemlich am Ende.


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BeitragVerfasst: Mo 5. Nov 2018, 20:04 
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Die Messwerte und das Zündschlos sind OK.

Vorläufige Ferndiagnose:
Pickup oder CDI defekt.
Oder sonstiger Fehler an der Verkabelung. :?
Ich spreche nur von der an der Zündung beteiligten Verkabelung, das ist überschaubar.

Miss mal den Ausgang der CDI welcher zu Primärseite der Zündspule geht. Einzelkontakt links an der CDI.
Keine Angst hier gibts noch keine Hochspannung.
Wärend des Anlassens sollen hier je Zündfunke ein feiner Nadelimpuls anliegen.
Es sind Kondensatorentladungen des CDI Kondensators über die Primärseite der Zündspule welche vielleicht 0,5 Ohm hat.
Mit einem Oszilloskop gut sichtbar.
Ein Digitalvoltmeter zeigt durch die kurze Impulsdauer und die niederohmige Zündspule nur DC 2-3V an, wenn überhaupt.
Null Volt würde allerdings bedeuten das der Thyristor (das ist der alte Unterbrecher der Kontaktzündung) der CDI nicht schalten kann, da die Pickupimpulse (das ist die Nocke die den alten Unterbrecherkontakt betätigt) fehlen.
Die Zündladespannung von 65V AC geht in Ordnung.
Die Messung dient u.A. der Funktion des Pickups und des Thyristors der CDI.

Prüfe vorher bitte ob die Verbindung CDI zur Zündspule einwandfrei null Ohm ergibt und ob die Zündspule eine gute Masse hat.
Nicht nur schauen, messen bitte! Also Ohmmeter niederohmigster Bereich und Zündspuleneingang gegen Masse.
Hier muß fast Kurzschluß, vielleicht 0,5 Ohm herauskommen, dann ist die sek. Seite und die Masse gut.
Eine Kontrollmessung hätte ich noch gern, nämlich den Wert der Sekundärseite der Zündspule.
Kerzenstecker ab, Multimeter auf ca.10kOhm und Zündkabel gegen Masse messen.

Tip: zur Hochspannungskontrolle auf Nummer sicher gehen und Zündkabel ohne Kerzenstecker im Abstand von enigen mm vor Masse befestigen.
Im Fehlerfall traue ich keinem ZKStecker auch wenn er schön brav 5k anzeigt.
Möglichst nicht mit der Hand halten, es sei denn du hast keine Angst vor Überraschungen oder willst richtig wach werden. :mrgreen:

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BeitragVerfasst: Di 6. Nov 2018, 20:27 
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Ok, dann kann ich das Zündschloss ausschließen.
CDI schliesse ich auch aus, weil eine neue verbaut ohne WFSP, der Pickup ist auch neu da ich die Zündgrundplatte komplett mit Pickup getauscht habe, sollte es also auch nicht sein.
Kabel vom Pickup geht ja direkt nach oben durch Rot und Schwarz in den Stecker der in die CDI gesteckt wird, also ist da ein defekt auch ausgeschlossen.
Dann werde ich jetzt morgen mal mit dem oszi den draht der zur Zündspule geht durchmessen, beim starten.
Die anderen Messungen werde ich auch mal machen, wie Du Sie beschrieben hast und dann sehen wir mal weiter. (Handschuh ist natürlich angezogen, bin nich scharf auf kleine Schläge :) )
Wenn das auch alles keine Früchte trägt, werde ich mal paar neue Kabelreinschmeissen, würden da H05 sprich bis 500 Volt reichen.


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BeitragVerfasst: Do 8. Nov 2018, 19:57 
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So jetzt,
habe ich deine anderen Tipps mal nachgemessen mikesch, Ergebnis.
Habe den Ausgang CDI mit einem digitalvoltmeter gemessen, da sieht man gar nichts. Maße habe ich auch gemessen die ist ok und die Einzel Ader die von der CDI zur Zündspule geht hat 0,3 Ohm, habe mal testweise eine andere Einzel Ader angesteckt auch kein Erfolg.
Danach habe ich einen anderen Versuch gemacht um die Funktion der Zündspule, Zündkerzenstecker, Zündkabel und Zündkerze zu testen.
Habe einfach vom Plus von der Batterie immer wieder mal auf den Zündspulen Anschluss getippt und siehe da, es gibt einen Funken.
Jetzt würde mich mal interessieren ob man den Gleichrichter der neben dem Zündschloss ist durchmessen kann und wie der in das Ganze Anlass Procedere reinspielt.


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BeitragVerfasst: Do 8. Nov 2018, 22:01 
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Der Regler hat leider überhaupt nichts mit der Zündung zu tun,
Die Zündung funktioniert sogar ohne Regler, ohne Akku und ohne Licht und Akkuladespule.
Du schreibst am Anfang das du die Zündgrundplatte getauscht hast. War es eine neue?
Falls es eine gebrauchte war muß sichergestellt sein das sie in einem tadellosen und funktionsgeprüftem Zustand ist.
Sonst kannst du dir einen Wolf suchen

Die Zündung bei der ET4 ist recht simpel aufgebaut.
Als Energiequelle dient einzig die Zündladespule der Ankerplatte grün-weiß AC 65V~.
Der Taktgeber ist die Pickupspule. Sie erzeugt bei jeder Umdrehung des Motors einen Impuls.
Dieser Impuls steuert in der CDI den Thyristor welcher den zuvor über die Zündladespule aufgeladenen MP Kondensator über die niederohmige primärseite der Zündspule entläd.
Die Gleichrichter für die Aufladung des Kondensators befinden sich in der CDI und lassen sich nicht von außen durchmessen.
Nach der Beendigung der Kondensatorentladung bricht schlagartig das Magnetfeld der ZSpule zusammen und der Zündfunke wird erzeugt und der Tyristor geht für den nächsten Funken wieder in den Ausgangszustand und sperrt.
Der Vorgang wiederholt sich nun.
Da bei jeder Umdrehung der Impuls durch die Pickupspule erzeugt wird gibt es auch bei jeder Umdrehung einen Zündfunken, auch beim Auspufftakt.
Reine Verschwendung, belastet die Kerze unnötig, aber geht wegen der einfachen Konstruktion nicht anders.

Da bei dir die Zündladespannung in Ordung ist wartet der aufgeladene Kondensator darauf über die Zündspule und den Thyristor entladen zu werden.
Es kommt aber kein Impuls von der Pickupspule, daher auch kein ZFunke.
Entweder kommt wirklich kein Impuls oder die CDI wertet ihn nicht aus.

Andere Ursachen sind nicht denkbar.
Der Pickupimpuls an rot -schwarz kann mit dem Oszilloskop sichtbar gemacht werden, sollte aber auch mit dem AC Voltmeter messbar sein.
Über die Höhe der angezeigten Spannung kann ich keine Aussage machen, da ich sie nie gemessen habe.
Wenn ich vom Widerstand 90-140 Ohm ausgehe und das ins Verhältnis zur ZLadespule setze könnte die Impulsspannung bis zu 20V betragen, aber daran denken das nur ein kurzer Impuls pro Umdrehung abgegeben wird.
Welchen Wert dein AC Messgerät anzeigt hängt vom Messverfahren und Qualität des Geräts ab. Wir werden sehen.
Alle Spannungen sind erlaubt außer null Volt, dann fehlt der Impuls.
Bitte messen.
Übrigens ist rot-schwarz von der Pickupspule massefrei. Darf also keinerlei Masseverbindung haben.
Bitte auch nachmessen.
Zum besseren Verständnis hier die gesamte Schaltzeichnung.

Bild

Puls Generator Coil ist die Pickupspule.
Ignition Control Unit ist die CDI.
HT Coil ist die Zündspule.
Ignitionswitch ist das Zündschloss.
Alternator ist die Lichtmaschine u.A. mit der Zündladespule grün-weiß, wobei weiß auf Masse liegen muß.
Beim abstellen des Motors reicht es daher aus die grüne Ader über das Zündschloss auf Masse zu legen und somit die Zündladespule kurzzuschließen.
Die grüne Abstellader wird über die runde Steckverbindung rechts im Schlauch zum Zündschloss geführt.
Daher ist auch nach dem trennen dieses Steckers ein abstellen des Motors nicht mehr möglich.
Durch trennen dieses Steckers kann eine nicht erwünschte Dauermasse vom Zündschloss kommend überprüft werden.
Bei der CDI ohne WFSP ist nur R B W G belegt. V ist der Ausgang zur ZSpule. Red, Black, White, Green, Violett.

In einem älteren Thread habe ich mal eine komplette Messanleitung bei der gleichen Ausgangslage erstellt.
Bei dem Kollegen war die neue CDI defekt.

Hier ein Auszug:
So kannst du deine Zündanlage überprüfen:
Benötigt wird ein einfaches Vielfachmeßgerät.
Messungen nur bei abgeschalteter Zündung und stehendem Motor durchführen.

M04V2

-Zündspule primär/sekundär
-primär
-Zündung aus
-Ohmmeter auf 0-100 Ohm.
-am abgezogenen CDI Stecker violett gegen Masse messen
-Messwert 0,5-0,01 Ohm (Primärspule Zündspule OK)

-Zündpule Sekundärwicklung
-Ohmmeter auf 0-10kOhm
-Kerzenstecker abschrauben
-Zündkabel gegen Masse messen
-Messwert 5000 +/- 200 Ohm (Sekundärspule Zündspule OK)

-Kerzenstecker
-Ohmmeter auf 0-10kOhm
-zwischen Zündkabelanschluß und Kerzenanschluß messen
-Messwert 1000-5000 Ohm (Kerzenstecker Entstörwiderstand OK)

-Pickup messen
-Zündung aus
-Ohmmeter auf 0-1000 Ohm
-am abgezogenen CDI Stecker zwischen rot und braun messen
-Messwert 90-140 Ohm (Pickupspule OK)

-Generatorspule Zündung
-Ohmmeter auf 0-1000 Ohm
-am abgezogenen CDI Stecker grün und weiß messen
-Messwert 300-400 Ohm (Generatorspule OK)

-rot/braun (Pickupspule) darf keine Verbindung mit Masse haben
-Kontrollmessung durchführen
-Messergebnis unendlich oder >50M Ohm (Isolationsmessung OK)

Link: viewtopic.php?f=12&t=40964

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BeitragVerfasst: Fr 9. Nov 2018, 09:29 
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:shock: Boah, mikesch,

ich versteh zwar kein Wort von dem, was Du hier schreibst, aber klasse, wie Du hier unserem neuen Forumsmitglied ET4steff hilfst. Das nenn ich Forumsgeist! :klatschen:

Andere hätten schon fünfmal aufgegeben oder dumme Kommentare gemacht, Du dagegen schreibst ein ganzes Reparaturhandbuch - einfach der Knaller!

ET4Steff, Dir viel Erfolg bei der Fehlersuche... Und danach wollen wir ein Bild Deiner Schönen sehen, ET4-Fahrer gibt's hier einige.

Viele Grüße, :prost:
Jürgen

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___________
Bild Verband der Prodomo-Fahrer, Geschäftsführung Hochtaunus, Karto-Graf h.c.

Meine Vespa-Videos


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BeitragVerfasst: Fr 9. Nov 2018, 10:39 
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Vielen Dank Jürgen. :D

Update:
Meine Befürchtung hat sich bestätigt.
Eine Messung des Pickupimpulses ist mit einem herkömlichen AC Messgerät nicht wirklich möglich.
Ich habe gerade testweise eine Messung bei laufendem Motor vorgenommen weil ich es auch wissen wollte.
Die Anzeige zuckt bei 0,5V~ herum ist aber immerhin nicht Null.
Eine aussagekräftige Prüfung ist also doch nur mit dem Oszilloskop möglich.

Andererseits brauchst du die Abgabe der Impulse nicht anzweifeln wenn die Pickupspule korrekt positioniert, der Spulenwiderstand zwischen 90 und 140 Ohm liegt und das Magnetfeld des Polrades ausreichend stark* ist.

*Behelfsweise den 17er Maulschlüsseltest durchführen.
Der Schlüssel soll quer darübergelegt sicher am Polrad magnetisch haften.

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BeitragVerfasst: Fr 9. Nov 2018, 21:01 
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So habe jetzt mal wieder einiges ausprobirt und gemessen, leider mal wieder ohne erfolg.
Hier die Messungen:
Pickupspule Rot-Schwarz 112 ohm
Pickupimpuls Rot-Schwarz 0,8 Volt AC gemessen mit Fluke 117 Multimeter
Pickup Rot-Schwarz Masse frei

Zündgrundplatte ist keine neue,es handelt sich um eine gebrauchte die laut Verkäufer funktionstüchtig ist.
Zündung Off
Generatorspule Grün-Weiß liegt auf Masse
jetzt kommt das seltsame,
Generatorspule Grün-Weiß 3,5 ohm laut dir sollten das min 300ohm sein, was mich nur wundert, wie kommen dann die 65 Volt zustande, die ja passen würden.

Die restlichen Messungen die du oben aufgeführt hast haben alle gepasst.

Also ich zweifle langsam an der neuen gebrauchten Zündgrundplatte, nicht das die defekt ist.

Danke nochmals für deine mühen Mikesch, ist echt top deine Arbeit und erklärung.


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BeitragVerfasst: Fr 9. Nov 2018, 22:11 
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Verstehe ich nicht, ganz oben schreibst du grün - weiß 329 Ohm bei Zündung ON und 9 Ohm bei OFF.
Beide Werte waren also korrekt.
Wenn du jetzt 3,5 Ohm bei Zündung ON misst und einen Mess oder Ablesefehler ausgeschlossen hast, dürften deine 65V AC auch nicht mehr vorhanden sein.
Demnach sieht es nach einem temporärem Windungsschluß oder Berührung im Kabelbaum aus.
Das Teil ist dann Schrott. Gib die Ankerplatte zurück und bestell dir eine neue.
Sollte es sich doch um einen Messfehler handeln, tausche die CDI gegen eine neue.

Du schreibst am Anfang: "Dann habe ich mir mal zündgrundplatte angeschaut, nachdem messtechnisch zwei Spulen keinen Durchgang hatten und verschmort ausgeschaut haben, habe ich da auch eine neue Verbaut, leider auch ohne Erfolg."
Gib bitte mal an welche Funktion laut Schaltzeichnung die durchgebrannten Spulen hatten.
Danach sollte die Ursache geklärt und sofern sie nicht direkt auf der Ankerplatte lag unbedingt beseitigt werden. Das ist sehr wichtig!
Du solltest daran denken das dir sonst die neue Ankerplatte wieder abrauchen könnte.

Mein Kabelbaum ist mir vor einigen Jahren abgeraucht. Damals habe ich neue Kabel eingezogen und neu gelötet.
Bei der diesjährigen großen Revision habe ich mir aus Sicherheitsgründen eine neue Ankerplatte bei SIP für 129€ gegönnt. Top Qualität weil original.klick

Übrigens habe ich seit einer Stunde eine neue LED an meine CDI geflanscht.
Sie zeigt mir den Pickupimpuls von der ersten bis zur letzen Umdrehung des Motors an.
Du brauchst neben der LED eine Universaldiode und aus Sicherheitgründen 2 mal 520 Ohm als Vorwiderstand, obwohl einer reichen würde.
Ich möchte den Impuls besonders bei niedrigen Drehzahlen nicht unnötig schwächen.
Die weiße LED ist für Wartungsarbeiten steckbar und blitzt schön vor sich hin.
Bei höheren Drehzahlen hast du helles Dauerleuchten.
An diese Steckverbindung könnte ein Drehzahlmesser, Gesamtumdrehungszähler, Notaus oder sogar der alte Decoder der Wegfahrsperre angeschlossen werden.

So, und nun viel Erfolg.
Wir ET4 Fahrer haben schließlich alle einen Zündfunken, äh ich meine unsere Roller natürlich. :D

"Roschdəl" ist mir leider etwas zu weit, sonst hätte ich deiner ET schon gut zugegredet und sie gebeten den Dienst wieder aufzunehmen.

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